Drei Dinge habe ich noch im Gedächtnis,
Als Zehn ich war und Weihnachtszeit:
Die Uhr, das Lexikon, Opas Vermächtnis –
Sie standen mit Karl May nun griffbereit.
Die Uhr band ich mir stolz an meine Hand
Und starrte alle fünf Minuten auf das Zifferblatt.
Ich war so selig in dem eigenen Weihnachtsland,
Da fanden keine Brüche, keine Nöte statt.
Mein Opa kam und saß ruhig bei mir
Und gab fünf Mark – und das war viel!
Er saß, er rauchte, trank manchmal ein Bier
Und ging aufrecht zur Bahn dann ziemlich still.
Ich liebte die drei Bände Lexikon,
Die man damals bei Quelle hat bestellt.
Ich war so glücklich – ohne Radio und Mikrophon –
Und fraß mich fest in Winnetous Indianerwelt.
Nie wieder machte mich ein Weihnachtsfest so reich
Wie damals, lesend mit den vielen Büchern.
Nur wer so innig angeregt im Lesereich,
Für den ist Bildung immer schon in trockenen Tüchern. <img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/2220952055fd4c91bf5b181a0b785aea" width="1" height="1" alt="">
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