Dr. Karg
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Beitrag #1 vom 05.09.2011, 09:42 Titel: Sprachaneignungen
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Sprachaneignungen
©Hans Hartmut Karg
2011
Inhalte ohne Bedeutung sind leer,
Bedeutungen ohne Inhalte geistlos.
Unsere Sprache war immer mehr,
Als das Setzen auf Abrahams Schoß.
Die Gosse liebt die Beziehung,
Die Wissenschaft traktiert die Sache.
Dabei bleibt Sprache als Bemühung
Bisweilen auch verhüllende Wache.
Aber Sprache kann durchaus mehr
Für den, der Eigenmacht sucht,
Auch wenn er mit den Worten gar sehr
Mitwelt und Mitmensch verflucht.
Sprache als Glosse und auch Ironie
Möchte sich selbst bespiegeln.
Doch weiß der Empfänger dabei meist nie,
Ob das nicht mildes Aufwiegeln.
Sprache ist Kompensation,
Bemühung in jedwedem Eigenen.
Und mancher meint dann schon,
Er wäre auf der Straße der Steigungen.
Sprache rettet den Thron,
Der wackelnd im Leben steht,
Jedoch voller Stagnation
Nicht mehr zu den Menschen geht.
Sprache ist lebendiges Leid,
Wenn aus den Menschen sie bricht.
Sie thematisiert jeden Streit,
Wo der Täter das Opfer besticht.
Sprache ist Weisheit und Stärke,
Wo sie von sich absieht.
Dann gelingen herrliche Werke,
Bei denen der Geist nur so sprüht.
Sprache ist Einheitsbrei,
Wo sie nur aus Werbung besteht.
Sie treibt in die Eselei,
Wenn dort nur Kaufrausch entsteht.
Sprache ist Emanzipation
Für Liebende wie für Schwache.
Da ist sie selbstreferentielle Aktion –
Und der Selbstbestimmung ureigene Sache.
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