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Schweineschlachtung
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Gedichteforum -> Dunkle Gedichte
Dr. Karg

Anmeldedatum: 09.06.2011
Beiträge: 303
BeitragBeitrag #1 vom 19.10.2011, 11:09  Titel: Schweineschlachtung  

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Schweineschlachtung

©Hans Hartmut Karg
2011

Unter zehn Sekunden braucht ein Schwein,
Um im Schlachthof wirklich blutgeleert zu sein.
Denkt denn niemand an das arme Schwein?
Viele Schweinemäster produzieren tolle Tiere
Und erhöhen so die Kapitaleschmiere.
Denkt denn niemand an das arme Schwein?
Dann wird ja der Schlachtkörper stets abgeflammt,
Niemand denkt daran, wozu das Schwein verdammt.
Denkt denn niemand an das arme Schwein?
Ja, das Hirn des Schweins ist noch lebendig,
Wenn zersägt der Körper völlig unanständig.
Denkt denn niemand an das arme Schwein?
Hitzeflammen sengen ihm die Borsten, Haare,
Damit endlich es zur Schlachtbank fahre.
Denkt denn niemand an das arme Schwein?
Ist das Schwein nicht herrlich wunderlieb,
Wenn uns Menschen es als Mitgeschöpf ansieht?
Denkt denn niemand an das arme Schwein?
Ja, der Mensch, der einst den Paradiesesgarten mied
Ist der erste, der das gute Schwein verriet.
Denkt denn niemand an das arme Schwein?
Nun liegt es – und wird auch schon zerteilt,
Wenn an seinem Mittagstisch der Bauer weilt.
Denkt denn niemand an das arme Schwein?
Auch wenn überall die Grundgesundheit voll verdurstet,
Wird das gute Schwein dennoch lauwarm verwurstet.
Denkt denn niemand an das arme Schwein?
Und die vielen Schweinemassen sind, geblitzt, gar fein,
Kommen in sie doch nur sieben E´s hinein!
Denkt denn niemand an das arme Schwein?
Mancher Mensch glaubt, er sei mit dem Schwein erstarkt,
Doch auf ihn wartet mitunter nur der Herzinfarkt.

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