Das ist ein schönes Ding...
wobei die beiden letzten beiden Strophen mir ganz besonders gefallen.
"gewellte Briefe ans Ohr halten" - was für eine Vorstellung... welche Geheimnisse könnten sich da offenbaren!
Fein, fein.. den tucker würd ich dennoch streichen.
Grüße dich..
Ich meinte ich tuckern und las gluckern, daran hing ich ein wenig.
Damit der Rhythmus wieder passt dem Wort 'solang' wieder ein 'e' verpasst (solange regnets schon).
Ich weiß nicht, ich persönlich finde mit der letzten Bearbeitung hat es fast ein bißchen verloren.
Das "Solang regnets schon" war schneller verständlich und weniger "abgehackt" und ließ einen auch kurz innehalten, bevor man weiterlas. Jetzt ist der Übergang sehr knapp.
Das "tuckern" hat mich perönlich auch weniger gestört - ich finde das Gedicht hat jetzt ein wenig an Atmosphäre verloren, ist fast ein bißchen zu steril geworden.
Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck - auf jeden Fall sehr schön, die gewllten Briefe ans Ohr halten fasziniert mich auch sehr.
Ich kann mir gut vorstellen was Du meinst, Namazu -
Das mit der s.g. "neuen Lyrik" ist schon gewöhnungsbedürftig.
Man treibt den Minimalismus soweit, bis in wenigen Worten die ganze Kraft der Aussage steckt.
Die "Erzähllyrik" liegt mir persönlich zwar auch mehr -
dennoch ist die Moderne bei weitem interessanter und eperimenteller. Und sie ist nicht aufzuhalten.
Daran sollte man nicht vorbeigehen - auch wenn die Verständlichkeit nicht immer verständlich ist.
Mit Minimalismus und neuer Lyrik habe ich eigentlich kein Problem - nur, dass mir oft auffällt dass der Minimalismus manchmal auf Kosten der Originalität geht und einiges an "neuer Lyrik" (das Wort Moderne verwende ich hier nicht wirklich gern, die ist ja eigentlich schn vorbei) im Gleichklang verschwimmt (das ist jetzt nicht auf Dein Gedicht bezogen, Jürgen ).
Jetzt, da ich es nocheinmal lese - ich glaube, was mich an der Änderung am meisten "stört" ist sogar weniger die Verständlichkeit, sondern der veränderte Rhythmus - es ist langweiliger geworden.
Das soll keine Kritik am Experimentellen sein und unmittelbare Verständlichkeit spielt muss natürlich nicht in jedem Gedicht gegeben sein - soll sie gar nicht.
Ich persönlich finde es spannend, so lange am Text zu arbeiten, bis die Langeweile sich eine Blöße gibt und dann doch was Interessantes heraufbefördert,.
Aber... Unrecht hast du nicht.
Der Rhythmus ist das Rückgrat des Textes und macht ihn idealerweise geschmeidig
Wenn da Sand im Getriebe ist - und sei es nur ein Körnchen - hilft nur : neu greifen.
Also ich finde die erste Version auch besser.
Im Tuckern steckt viel Lebendigkeit und im Regen an sich auch. Die mittlere Strophe:
Inne halten hinhören
Und die dritte:
Das gedulige Papier verändert sich, wird bewegt
Also ich finde es in sich stimmiger wenn es zu Beginn tuckert
Mh.. das Tuckern als einem mechanischen monotonen Geräusch,
wirkt auf mich unlyrisch - aber das mag Ansichtssache sein. Von Lebendigkeit würd ich da trotzdem nicht sprechen.
Beim Regen ist das anders -
Er hat eine eigene Dynamik - wird auch vom Wind bewegt, von den Schritten
der Menschen auf dem Asphalt, von Regenschirmen, von Kindern, die in
Pfützen treten... das ist eine schöne, lebendige (und lyrische) Vorstellung.
Das Innehalten - innere Bewegung - hinhören, sich hineindenken...
das hat Tiefe. Auch die Bewegung des Papiers.
Soweit das "lyrische" tuckern : )
Spaß muss sein, jorona
ich entscheide mich für die zweite Version. Ist schön geworden so, was ganz Feines!
Ablegen, abwarten und Tee trinken, bis man die emtionale Bindung zum Gedicht verliert. Dann sieht man ja, was Sache ist.
Danke für's Mittuckern,
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