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Nicolas Fouquet
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Gedichteforum -> Begegnungen
Dr. Karg

Anmeldedatum: 09.06.2011
Beiträge: 302
BeitragBeitrag #1 vom 16.08.2011, 07:16  Titel: Nicolas Fouquet  

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Nicolas Fouquet

©Hans Hartmut Karg
2011

Des Lilienthrones urbretonischer Minister
Loyal dem Staate und dem jungen König,
Erfolgreich, Aufsteiger im Sinne der Geschwister,
Bescheiden, denn für sich verlangt er wenig.

Am Ende wird mit Reichtum er gesegnet
Und baut den Garten mit dem Riesenschloss.
Noch kein Monarch ist ihm hier auch begegnet,
Der junge König, reitend hoch zu Ross.

Da gab Fouquet ein riesengroßes Fest
Und lud dazu den jungen König ein,
War Gastgeber mit Glanztheater, allerbest´,
Mit wunderbarem Luxus sollte alles sein.

Der Ludwig ließ zu Haus´ die schwangere Frau,
Kam mit Mätresse, zählte zweiundzwanzig Jahre.
Da sah er erst den Pomp mit Feuerwerk und Schau
Und so kam er mit seinem Neid an eine Grenze.

Der gute Fouquet wollte doch nur Freund ihm sein,
Loyal dem Könighaus, den Granden und dem Staate.
Doch dieser Ludwig Vierzehn wollte regieren ganz allein
Als Sonne, eigenmächtig ihn niemand berate.

So ließ den treuen Diener er verhaften
Und bis zum Tode im Verließ ihn sperren.
Den „Hochverrat“ konnte Fouquet niemals verkraften,
Doch nun gehörte absolutes Herrschertum dem einen Herrn.

Und Ludwig Vierzehn baute jetzt Versailles,
Das größer, schöner als Fouquets Gemäuer wurde.
Der Ludwig machte jeden zur ohnmächtigen Kanaille
Und er verbannte jeden, der nicht spurte.

Doch die Alleinherrschaft hat nur tödlichen Preis,
Wenn auch noch nicht für diesen Sonnenkönig,
Denn wer so mutwillig treibt Personverschleiß,
Um den schert sich die Weltgeschichte wenig.

Zwar hat den guten Freund er ruiniert,
Die Staatsverschuldung elend hochgetrieben
Und mit dem Pomp noch mehr Armut geschürt,
So dass ihm keine Sympathien wirklich blieben.

Ausbaden musste dann der Enkel alles,
Den mit dem Weib die Guillotine enthauptet hat.
Und das Mätressenwesen wurde Anfang des Falles,
Bei dem kein König führen kann den eigenen Staat.

Allen aber, die dem Fouquet fleißig nacheifern
Möchten wir wieder ´mal ins Stammbuch schreiben:
Verstecke Deinen Reichtum, denn er macht nur geifern,
Führt Mäzenatentum nur zum Aufreiben.

Loyalität und Treu zahlen sich nicht aus,
Wo Neidnägel sich bohren in die Seele.
Für jeden Fouquet kommt dann zwangsläufig das Aus,
Wenn seine Glanzfeste die Schau dem Höchsten stehlen.

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