Die nackte Funktionalität ist eine Seuche unsrer Zeit,
Bei den Möbeln überaus ausgeprägt.
Man ist zur Ästhetik kaum noch bereit,
Wenn man nur billig Proportionen wägt.
Sofas wachsen immer mehr dem Boden zu,
Betten sind nur noch viereckige Kästen.
So normieren die Hersteller auch das Ich und das Du,
Global – so gut im Osten wie im Westen.
Holz, Glas, Porzellan, alles ist leider gleich,
Die Module und die Schränke nerven.
Das alles macht unsere Imaginationen nicht reich,
Sondern muss die Seelenzustände nur verschärfen.
Teilweise lagert in den Angeboten Schrott,
Nur zum Billigentsorgen neuer Sperrmüll.
Auf diese Weise schlägt man jede Schönheit tot,
Verlieren Seelenaugen jegliche Schonung.
Dabei gibt es längst der Anregungen viel
In der Welt mit Tradition und ohne Design.
Die Seelenregungen sind doch das Ziel,
Denn das Sein muss mehr sein, als der Schein.
Die Menschen brauchen Möbel zur Ruhe,
Wohnungen sind immer auch Refugien, Fluchten.
Eine Riesencouch ist stets weniger, als eine Truhe,
Die gestalterisch führt in kleinräumige Buchten.
Die Möbelwelt wird heute zum steten Alptraum,
Wenn alle das Gleich nur abkupfernd herstellen
Und der von Funktionswut gefüllte Raum
Nur noch Designergrüße lässt arrogant bestellen.
Jedes Möbelstück muss doch einmalig sein,
Teil unserer persönlichen Identität,
Damit das Gestaltete wird wirklich auch MEIN,
Wenn es nach harter Arbeit wieder heimgeht.
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