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Mei traumhafts Affenlebn (Mundart)
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Gedichteforum -> Helle Gedichte
Villon´s Krückstock

Anmeldedatum: 03.09.2007
Beiträge: 224
BeitragBeitrag #1 vom 26.03.2008, 19:33  Titel: Mei traumhafts Affenlebn (Mundart)  

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Mei traumhafts Affnlebn

A Åff´ war i oft scho no gern,
hie und då von an Obscht a Kern
war´s oanzige, was mi no griabat.

Den hålben Tåg lass i mi lausn –
Koa Hektik und koa ummasausn –
Lei di wårme Sunn´im Nåckn.

I sitzat ållweil faul am Baam,
wenn’s regnat setzat i mi drunta.
Des Lebn war a schianer Traam,
leida werd ma wieda munta.
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jorona

Anmeldedatum: 19.01.2008
Beiträge: 175
BeitragBeitrag #2 vom 26.03.2008, 20:50  Titel:   

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Hei - ein neuer Villon!!
Das erfreut mein Herz,
Ich könnt mich daran betrinken,

schön, schön, schön!
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Villon´s Krückstock

Anmeldedatum: 03.09.2007
Beiträge: 224
BeitragBeitrag #3 vom 26.03.2008, 21:02  Titel:   

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Liebe jorona!

Wenn du mir so schmeichelst, werd ich ganz rot Schämen Sehr froh!
Ganz ehrlich - ohne deine ermunternden Worte hätt´ich womöglich schon den Hut auf das Schreiben geworfen. Für mich ist das ja noch ganz ungewohntes Terrain - außer Phantasieaufsätze in der Schule und später dann fachliche Erörterungen im Studium habe ich nie wirklich viel geschrieben.

Liebe Grüße und vielen Dank
Irene

_________________
http://www.ironirene.com/lyrische_selbstversuchung.html
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jorona

Anmeldedatum: 19.01.2008
Beiträge: 175
BeitragBeitrag #4 vom 27.03.2008, 07:41  Titel: Schreiben  

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Danke für die Blumen...

Man fängt immer klein an; und jeder Schreiberling (ver)zweifelt hundertmal am Tag an seinem Text.
Das gehört nunmal zum Handwerk und ist ein gutes Zeichen.
Täte er es nicht, könnte er schnell wieder in der Versenkung landen.

Leicht ist es wirklich nicht, das Schreiben - aber man kommt nicht davon los - wirst sehen!

Lieben Gruß, jorona
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jürgen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
Beiträge: 803
Wohnort: Tirol
BeitragBeitrag #5 vom 27.03.2008, 19:50  Titel:   

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Fein, Irene

--> gerne gelesen

Ein Auftakt nach Mass: A Aff, das ist ein riskanter, gelungener Einstieg.

>> war des oanzige, was mi no griabat

War das --> war's (wäre das), oder wers oder wärs; wers klingt bisschen nach 'Vers', das wär erhellend (wers glabt Smile )

Z4: das Ich weg, da holpert der Rhythmus

>> Des Lebn war a schianer Traam,
leida werd ma wieda munta.

Alternative dazu, die das verallgemeinernde 'Wir' vermeidet und auch das wehleidige 'leider'

Des war a Lebn - a schianer Traam
des follat auf, nia runta

(das fiele auf, nie hinunter)

Liebe Grüße,
Jürgen
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Villon´s Krückstock

Anmeldedatum: 03.09.2007
Beiträge: 224
BeitragBeitrag #6 vom 28.03.2008, 11:28  Titel:   

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Hy Jürgen!

Zitat:

>> war des oanzige, was mi no griabat

übersetzt:
...wäre das Einzige, das mich noch stören (bzw. beschäftigen) würde.
Stimmt: "war´s " würde auch passen - beim Laut vertragen klingt es etwas flüssiger als "war des". Ich denke, daß aber beide Möglichkeiten hier gut passen - die "war des"-Version hebt im Vortrag das "oanzige" etwas stärker hervor, ist aber dafür weniger flüssig.

Stimmt, Zeile 4 holpert - müßte lauten:
Den halbn Tag lass i mi lausn.
Wenn ich den den Konjunktiv entferne, klingts weniger holprig.
Das "ich" brauchts natürlich, sonst geht sich mit der Satzstellung das "lausen" als letztes Wort der Zeile nicht aus und das wiederum braucht es für den Reim.
Ich werde das gleich oben im Gedicht editieren.

Zitat:

Alternative dazu, die das verallgemeinernde 'Wir' vermeidet und auch das wehleidige 'leider'

??? Ein "wir" kommt da gar nicht vor...die Zeile heißt ja übersetzt:
"Leider wird man wieder munter"
Ja, das "Leider" ist wehleidig - darf es aber ruhig sein, denn es ist ja durchaus traurig, wenn man aus einem so entspannenden Traum aufwacht, meinst du nicht auch? Alles klar!

LG und danke für deinen Kommtar
Irene

PS: Und weißt du, was mir gerade auffällt - das "manchmal" in der ersten Zeile muß ausgetauscht werden - das holpert ungemein.
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jürgen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
Beiträge: 803
Wohnort: Tirol
BeitragBeitrag #7 vom 28.03.2008, 12:25  Titel:   

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>> leida werd ma wieda munta.

Leider werden wir wieder munter
ma = wir

Vielleicht aus dem werd ein wird machen, dann wärs unmissverständlich.

werd leida wieda munta

Die letzte Zeile korrespondiert mit der vorletzten. Das lyrische Ich steckt bis dahin schön im Text und verlässt es mit dieser letzten Zeile. Dieser Ausgang schwächelt IMO, liegt aber vermutlich an mir.

Lg
Jürgen
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jorona

Anmeldedatum: 19.01.2008
Beiträge: 175
BeitragBeitrag #8 vom 28.03.2008, 12:45  Titel:   

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Ich misch mich nicht auch noch ein - finds aber ungebrochen herrlich.
Einfach herrlich. Dabei bleibts auch.
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Villon´s Krückstock

Anmeldedatum: 03.09.2007
Beiträge: 224
BeitragBeitrag #9 vom 28.03.2008, 13:15  Titel:   

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Hallo Jürgen!

Jaja, das Lokalcolorit des Dialektes...

"Leida werd ma wieda munta" ist im Unterlandlerischen dasselbe wie
"leider wird man wieder munter"

"Leider werden wir wieder munter" würde heißen.
"Leida werma wieda munta" --> da gibts dann kein weiches "d" Satt und zufrieden

Die Variante "werd leida wieda munta" im Sinne von "wird leider wieder munter" ist eine jener Verdichtungen, die für das lyrische Ich in der Hochsprache verständlich sind. Für mein Empfinden muß die Mundart das lyrische Ich viel klarer umreißen, sonst wird sie unverständlich.
Ich finde es hochinteressant, wo etwaige Unterschiede zwischen Gedichten in der Hochsprache und jenen Gschtanzln in der Mundart begraben sein könnten.
Und, weil ich gerade Gschtanzln anspreche - findet ihr nicht auch, daß Mundartgedichte im Vortrag oft eher "vorgesungen" klingen von der Textmelodie her?

LG
Irene

PS. hier mal Hörproben in Tiroler Mundart:
Hier mit musikalischer Untermalung:* Einloggen, um Links zu sehen
Aus dem bayrischen, das mit dem Unterlandlerischen eng verwandt ist - ohne Musik im Hamlet-Style: * Einloggen, um Links zu sehen

Für Interessierte zum Nachlesen - Mundartplattform: * Einloggen, um Links zu sehen
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Villon´s Krückstock

Anmeldedatum: 03.09.2007
Beiträge: 224
BeitragBeitrag #10 vom 28.03.2008, 20:58  Titel:   

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Hallo!

Ich hab das ganze mal meiner Kamera vorgetragen, denn die kann Tonaufnahmen mitschneiden. Hier könnt ihr euch das mal anhorchen: * Einloggen, um Links zu sehen
(Mit Winamp oder Windows Media player o.ä. dürte es kein Problem sein).

LG
Irene

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jorona

Anmeldedatum: 19.01.2008
Beiträge: 175
BeitragBeitrag #11 vom 29.03.2008, 12:43  Titel:   

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Habe es mir angehört - eine schöne Stimme (ich nehme an, Deine?) Sehr fein gemacht.
Könntest uns mal ein ganzes Buch vorlesen. Smile

Lieben Gruß, jorona
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kakadu_ty

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Beiträge: 23
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BeitragBeitrag #12 vom 22.01.2009, 01:29  Titel:   

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Hai!
Ich bin von dem Gedicht auch sehr begeistert!! Sehr froh!
Und Deine Stimme - jep, die ist wirklich angenehm und man könnte ihr sicher seeeeehr lange zuhören! Satt und zufrieden
Liebe Grüße, Helga

_________________
Nur ein halber Satz folgte; aber diese Halbsätze sind wie hoch droben auf Gebäuden gehißte Fahnen für den Beobachter von Außenansichten tief drunten.
Virginia Woolf, 1922, Jacob`s Room
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