Schlichter sind nicht sehr beliebt,
Kommen immer zwischen alle Fronten,
Und am Schluss wird der besiegt,
Der bereinigt Konflikte und Konten.
Doch wir brauchen leider den Ausgleich,
Damit andere Menschen nicht verzweifeln,
Nicht entwürdigt in nur einem Streich,
Sich beständig nur besinnungslos angeifern.
Denn der eigene Anspruch bleibt ja hoch:
Wer sagt, wann ein Reim Gedicht,
Wenn bei ihm vielleicht die Machtlust kroch,
Produziert daraus ein Leidgesicht?
Nimm´ die Kritiken ja nur nicht bierernst,
Denn die Kritiker, die sind halt immer so,
Meinen, wenn Du Dich davon entfernst
Sei die Welt darüber auch noch froh.
Ja, der Kritiker, er sollte immer wissen,
Dass die Kritik einfühlsam auch bleibe,
Wenn er ernsthaft und mit viel Gewissen
Sachlich und sehr freundlich schreibe.
Und da steht der Kritisierte wiederum,
Sollte er nicht auch Kritik annehmen?
Er wär´ tatsächlich entsetzlich dumm,
Könnt´ er nicht den eigenen Stolz bezähmen.
Da rät Euch dann der Kritikschlichter:
Setzt die Kritik ja sehr behutsam ein,
Denn üble Missgunst und nur Streitgesichter
Engen auch stets die hohe Dichtkunst ein.
Wenn Kritik Dir nicht recht munden will,
Geh´ mit Freunden aus oder spazieren,
Damit sich die eigene Laune wieder rundet
Und Du bleibst bei Deinen Feinmanieren.
Machtlust, Ohnmacht sind am End´ zu meiden,
Man treibt niemand mutwillig in eine Ecke,
Sonst muss immer einer schrecklich leiden –
Und die Dichtkunst hat doch andere Zwecke!
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