Wenn im frühen, ersten Licht
Nebelschwaden als Gesicht
Schweben über Morgentau,
Ist der Tag wie eine Frau.
Lächelnd sie dem Bad entspringt,
Dazu gar ein Liedlein singt,
Dann in ihre Kleider steigt,
Duftend, straff – und oben weit.
Ja, so ist halt die Natur,
Sie ist stets wie eine Kur,
Die das Jungsein konserviert,
Wenn das Alter ungeniert
Hie und da ein Fältchen zeigt,
Altersflecken uns verleiht.
Morgentauend liegt die Jugend,
Nebel ist nur jene Tugend,
Die der Tarnung Flügel leiht,
Wenn das Alter schon recht weit.
Schauen wir zur Jugend hin,
Haben Spiegel keinen Sinn,
Wenn wir uns nur selbst verachten
Und nicht nach dem Schönsein trachten.
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