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Hans Arp ( 1887 - 1966 ) / Dada
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Gedichteforum -> Bekannte Gedichte
jorona

Anmeldedatum: 19.01.2008
Beiträge: 175
BeitragBeitrag #1 vom 16.03.2008, 11:00  Titel: Hans Arp ( 1887 - 1966 ) / Dada  

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kaspar ist tot

weh unser guter kaspar ist tot
wer trägt nun die brennende fahne im wolkenzopf verborgen täglich zum schwarzen schnippchen schlagen
wer dreht nun die kaffeemühle im urfass
wer lockt nun das idyllische reh aus der versteinerten tüte
wer verwirrt nun auf dem meere die schiffe mit der anrede parapluie und die winde mit dem zuruf bienenvater ozonspindel euer hochwohlgeboren
weh weh weh unser guter kaspar ist tot. heiliger bimbam kaspar ist tot.
die heufische klappern herzzerreissend vor leid in den glockenscheunen wenn man seinen vornamen ausspricht. darum seufze ich weiter seinen familiennamen kaspar kaspar kaspar.
warum hast du uns verlassen. in welche gestalt ist nun deine schöne grosse seele gewandert. bis du ein stern geworden oder eine kette aus wasser an einem heissen wirbelwind oder ein euter aus schwarzem licht oder ein durchsichtiger ziegel an der stöhnenden trommel des felsigen wesens.
jetzt vertrocknen unsere scheitel und sohlen und die feen liegen halbverkohlt auf dem scheiterhaufen.
jetzt donnert hinter der sonne die schwarze kegelbahn und keiner zieht mehr die kompasse und die räder der schiebkarren auf.
wer isst nun mit der phosphoreszierenden ratte am einsamen barfüssigen tisch.
wer verjagt nun den sirokkoko teufel wenn er die pferde verführen will.
wer erklärt uns die monogramme in den sternen
seine büste wird die kamine aller wahrhaft edlen menschen zieren doch das ist kein trost und schnupftabak für einen totenkopf.

weggis 1912
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jorona

Anmeldedatum: 19.01.2008
Beiträge: 175
BeitragBeitrag #2 vom 16.03.2008, 11:05  Titel: dada  

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das bezungte brett

er kommt abhanden mit der hand
er kommt abfußen mit dem fuß
und trägt in seinem taschenfleisch
den aufgerollten redefluß

in acht und bann und neun und zehn
so übermannt und überfraut
daß keiner je sich je und je
und an der tafel nacktes kaut

sonst triptycht das grammatikkreuz
staniolverpackt als schwarzer spaß
als einzahl mehrzahl rübezahl
als faselhans im faselfaß
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jorona

Anmeldedatum: 19.01.2008
Beiträge: 175
BeitragBeitrag #3 vom 16.03.2008, 11:15  Titel: dada  

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Sekundenzeiger

daß ich als ich
ein und zwei ist
daß ich als ich
drei und vier ist
daß ich als ich
wieviel zeigt sie
daß ich als ich
tickt und tackt sie
daß ich als ich
fünf und sechs ist
daß ich als ich
sieben acht ist
daß ich als ich
wenn sie steht sie
daß ich als ich
wenn sie geht sie
daß ich als ich
neun und zehn ist
daß ich als ich
elf und zwölf ist.
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jorona

Anmeldedatum: 19.01.2008
Beiträge: 175
BeitragBeitrag #4 vom 16.03.2008, 12:05  Titel: Dada  

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Ich bin der große Derdiedas
das rigorose Regiment
der Ozonstengel prima Qua
der anonyme Einprozent.

Das P. P. Tit und auch die Po
Posaune ohne Mund und Loch
das große Herkulesgeschirr
der linke Fuß vom rechten Koch.

Ich bin der lange Lebenslang
der zwölfte Sinn im Eierstock
der insgesamte Augustin
im lichten Zelluloserock.
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jorona

Anmeldedatum: 19.01.2008
Beiträge: 175
BeitragBeitrag #5 vom 16.03.2008, 12:50  Titel: dada  

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ins bodenlose

den kopf nach unten
die beine nach oben
stürzt er ins bodenlose
dorthin woher er gekommen ist.

er hat keine ehremehr im leibe
beißt keinen biss in einem imbiss
erwidert keinen gruß
und hält nicht an selbst wenn man ihn anbetet.

den kopf nach unten
die beine nach oben
stürzt er ins bodenlose
dorthin woher er gekommen ist.

wie eine behaarte schüssel
wie ein vierbeiniger säugestuhl
wie ein tauber echostamm
halb voll halb leer.

den kopf nach unten
die beine nach oben
stürzt er ins bodenlose
dorthin woher er gekommen ist.
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