Scheinbar vergessen
steht neben dem Rosenbeet
ein gelber Frauenschuh
Darf man dazu etwas anmerken?
Zu Z1: Das denkst du vom Schühchen, aber es wird dem Leser vorgeschrieben. Man kann die Zeile getrost weglassen, ohne einen Verlust einzufahren.
Z2: steht neben dem Rosenbeet. Schuhe stehen immer - es sei denn, der (hohe) Frauenschuh ist umgekippt. Dann kann man das, wenns fürs Gedicht wichtig ist, anmerken, ansonsten weglassen.
Z3: der gelbe Frauenschuh - ungewöhnlich wie ein gelber Porsche, wenn es sich denn um einen Schuh handelt. Also eine Blume, die jemand neben dem Rosenbeet vergessen hat?
Deine Zeilen komprimierter:
Vergessen
neben dem Rosenbeet -
ein gelber Frauenschuh!
Der Bindestrich unterstreicht das Erstaunen, das du als Verfasser deinem Leser (neben einem Ausrufezeichen) mitgeben kannst.
Im Rosenbeet
der gelbe Frauenschuh -
ob er mir passt?
Das ist - zugegeben - ironisch, Aschenputtel lässt grüßen. Aber wenn mit der Andeutung gespielt wird, dass es sich bei dem gelben Frauenschuh entweder einen Schuh oder eine (wie soll sie so plötzlich gewachsen sein, um noch Staunen auszulösen?) Pflanze handelt, dann ließe diese Formulierung noch die Deutung zu, dass du als Schreiber dich über deine Idee amusierst und lustig machst, was nicht unsympathisch rüberkommt.
Sicher, man könnte die Zeilen komprimieren- deine Vorschläge sind auch gut, bewirken dann aber eine andere Aussage, als von mir gewollt.
Vorgeschrieben wird dem Leser m.M.n. dabei nichts- er hat die Freiheit der Wahl- gleichgültig an was ich beim Schreiben dachte.
Ein Rosenbeet dass inmitten eines Garten angelegt wurde. Knapp daneben- eine Wildpflanze, die im krassen Gegensatz zum gepflegtem hochgezüchteten Rosenbeet steht.
Durch die lange Entwicklungszeit der Pflanze- möglicherweise schon länger im Garten, als das Beet selbst.
Wer weiss, vielleicht wurde sie beim Rasenmähen einfach übersehen, oder dem "Rasenmähermann" gefällt die Natürlichkeit der Pflanze besser als die Rosen selbst- und er lässt sie deshalb absichtlich stehen.
<<Z3: der gelbe Frauenschuh - ungewöhnlich wie ein gelber Porsche,>>
Die Farbe „Gelb“ wird in der Namensbezeichnung der Pflanze verwendet, damit vorgegeben- und findet deshalb auch den Weg ins Haiku.
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Auch wenn ein Schuh gemeint gewesen wäre:
Selbst ein Schuh kann mal den Weg in einen Garten bez. Beet finden
- vielleicht ist ein Riemchen gerissen, oder der Stöckel abgebrochen- und er wurde absichtlich weggeschmissen, liegen gelassen, oder er wurde nach einem Picknick vergessen, verloren- weil sie barfüßig heim ging?
-- Schuhe stehen immer--
nun ja, grad als Pflanze gesehen- steht das "steht neben dem Rosenbeet" für wächst, könnte schon weggelassen werden liest sich dann aber nicht mehr so rund..
<<wie soll sie so plötzlich gewachsen sein, um noch Staunen auszulösen>>
Für mich „als Betrachter des Bildes“- wirkt die Wahrnehmung der Pflanze erstaunend-
was vorher ist, was nachher sein wird, wer es warum gestaltet hat- ist für ein Haiku doch absolut nebensächlich.
Scheinbar vergessen
neben dem Rosenbeet
ein gelber Frauenschuh
Danke für deine netten Worte, freut mich das sie dir gefallen.
Der Ausdruck "HaiKühe" gefällt mir besonders gut!!
Seit im Herbst 07 mein Pc den Geist aufgegeben hat (die Festplatte war leider nicht mehr zu retten) und so meine gesamten Schreibentwürfe, Gedichte, Haiku's etc. der letzten Jahre weg sind (hatte sie dummerweise nur auf Pc gespeichert)- habe ich gar nichts mehr geschrieben....
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