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Drastischer Abbruch
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Gedichteforum -> Dunkle Gedichte
Dr. Karg

Anmeldedatum: 09.06.2011
Beiträge: 300
BeitragBeitrag #1 vom 22.12.2011, 09:41  Titel: Drastischer Abbruch  

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Drastischer Abbruch

©Hans Hartmut Karg
2011

Besuchsweise kamen zu Dir wir mit der Bahn
Und wollten Dich zu Hause freudig überraschen.
Du aber leidest leider am Verfolgungswahn
Und willst, dass wir uns schnell verkrümeln – und uns hassen.

„Unmöglich!“ war denn auch Dein Kommentar.
„Ich will Euch nicht! Ich sagte, dass es so nicht geht!“
So trennte man uns von der Enkel Schar
Und schlimm ward uns das Liebessehn´ verwehrt.

Warum willst Du den Tod des Dauerabbruchs,
Warum die Trennung denn um jeden Preis?
Ach komm doch, Liebe, komm doch und versuch´s:
Ist diese Türe zu, sind ausgegrenzt wir aus dem Kreis.

Es ist, als wären uns die Beine abgetrennt,
Es schmerzt uns, wenn Kontakte Du nicht willst.
Der Abbruch nervt uns wie ein Schreckgespenst,
Und nichts bleibt, mit dem Du die Sehnsucht stillst.

Das Wollen und das starre Nichterfüllen:
Können das Unmögliche wir noch möglich machen?
Lass´ wieder uns die Nähe zu den Enkeln stillen
Und uns mit Kindern treffen in den Kindersprachen!

Warum willst Du denn unbedingt den Dauerabbruch,
Warum die Abtrennung des scheinbar voll verletzten Beins?
Wir lieben Dich doch und in uns ist keines Feindes Ruch,
Wir achten, ehren Dich – nicht nur zum Schein!

Du leider willst die Anerkennung übers Geld,
Wir aber wollen Dir die Seelenliebe geben.
Du selbst willst frei sein, wie es Dir gefällt,
Wir aber wollen doch mit Euch gemeinsam leben.

Kontrolle darfst Du über Dich ein Leben lang behalten,
Wir nehmen Sie Dir nicht, nicht Deinen Mann!
Du kannst Dich organisieren und Dich voll verwalten,
Dies immer – und Dein ganzes Leben lang.

Wir sprechen Dir nicht Selbstbestimmung ab,
Du wirst von uns auch nicht bedroht,
Und alles, was es zwischen uns einmal so gab,
Ist längst verziehen, denn auf uns wartet nichts als der Tod.

Stets achten wir Dich, Deine Menschenwürde,
Wir wollen Dir und der Familie Nähe geben.
Ja, zwischen uns gibt es nicht die Beziehungshürde
Und Dominanz wollen wir nicht mehr ausleben.

Den Schlüssel finden wir so leider nicht,
Mit dem Du uns kannst wieder akzeptieren.
Wir wollen hier in dieser Welt kein Standgericht,
Wir wollen ein normales Leben mit Euch führen!

So komm doch, nimm uns endlich an,
Komm her und lass Dich weihnachtlich umarmen!
Nur so vergessen wir den üblen Wahn
Und sind versöhnt im Reinen und im Warmen! <img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/f11e2c6f6b8a4bfa8bbedd5be2672055" width="1" height="1" alt="">

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