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Dr. Love: Ueber die Besteigung von Bergen ohne Sauerstoff
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Gedichteforum -> Circus maximus
juergen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
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BeitragBeitrag #1 vom 30.03.2017, 20:53  Titel: Dr. Love: Ueber die Besteigung von Bergen ohne Sauerstoff  

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Dr. Love sagt: Frauen sind wie Berge. Oben meistens in Wolken gehüllt und ziemlich präsent am Sockel. Die meisten Berge lassen sich gut mit Turnpatschen oder Espandrillos und ohne Steigeisen erklimmen. Für die eine oder andere ungewöhnliche weibliche menschliche Erhebung braucht man jedoch Sauerstoff in Flaschen, oder Prosecco. Verunglückte Bergsteiger pflastern den Weg nach oben, in den meisten Fällen gelingt der Gipfelsieg nur mit Lust und Tücke und technischer Innovation. Solche 8-tausender der Weiblichkeit können nur die wenigsten ohne flüssigen Sauerstoff bewältigen. Sie ist dann ein ungewöhnlich großer Berg, eine Monstranz mit unberechenbaren Lust-Lawinen und voll lebensfeindlicher Schluchten und Spalten. Und dann passiert es: Du bist oben! Diese Aussicht! Diese Schöpfung! Diese Entbehrungen und diese Erfüllung in diesem Augenblick! Klar, du lässt dich von einem Porno-Sherpa wieder runter tragen ins Basislager II, wo dir alle, alle die schon mal oben waren und die, die es nie schaffen werden, zum Gipfelsieg gratulieren. Und was machst du heute, labe die Fangemeinde mit dem Balsam der Erkenntnis. Heute, sagt Dr. Love, will ich nur mehr schlafen und mich erholen vom Gipfelsieg. Dann werde ich ausgiebig frühstücken, mit Speck, Rührei, Müsli, und mir danach den Kopf zerbrechen, wie ich den Berg über eine andere Route bezwingen kann.
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juergen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
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BeitragBeitrag #2 vom 01.04.2017, 00:52  Titel:   

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Ich habe niemals darum gebeten, weise zu werden. Welchen Vorteil hat es, dumm zu sterben? Der Verstorbene ist seine Sorgen los. Der Exit bereitet weniger Kummer als die Geburt. Während Dasein nach dem Sterben endet, eröffnet die Geburt eine Welt voll Fragezeichen: die Schmerzwelt, die Lustwelt, die Angst- und Genusswelt. Stellt man die Frage: was ist für Menschen problematischer, der Tod oder die Geburt? muss man sich nur vor Augen halten, was in 60 Lebensjahren alles passieren kann. Und was nach 10 Jahren Totsein übrig bleibt, außer Grabpflege-Gebühren oder verpixelte Handybilder.
Ganz zu schweigen von religiösen Lebensversicherungen á la Ewiges Leben oder ähnlichem Kirtagsklamauk. Ich hätte nichts dagegen, als dummes Vieh wiedergeboren zu werden, für alle Fälle ausgestattet mit längstmöglichem Überleben. Ich bin zum Beispiel damit einverstanden, als holländisches Rind wieder geboren zu werden, das in der Türkei grast. Dann werde ich ausgewiesen aus dem Paradies, und dann wird es garantiert spannend!
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juergen h.

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BeitragBeitrag #3 vom 27.04.2017, 23:48  Titel:   

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Ich habe mir vor einer Stunde eine Flasche Rotwein geholt bei der Tankstelle. Ein richtiges Scheißwetter für Scheißkerle. Es regnete fett in spahettinudelstärke und stricknadeldick, und außerdem war es saukalt, ein Wetterbericht hatte Schnee bis in Tallagen, also bis zu mir, angekündigt. Davon kann ich noch nichts sehen, vielleicht weil ich plötzlich schneeblind geworden bin: ich will keinen Schnee mehr sehen, also gibt es ab heute keinen mehr. Ab heute ist Frühling. Und wenn der verfickte Frost sich heranwagt an den Apfelbaum, den ich für meinen jüngsten Sohn gepflanzt habe: der Abschaum aller Heizkörper, der Hass jedes Zigaretten- und Pfeifenrauchers sei wider ihn, und der harte Klumpfuß einer schweinchenrosa aufblühendenen Hortensie möge ihn treten und abhalten von seinem Werk. Es ist viel besser, ein mildes Lüftchen zu sein, statt Väterchen Frost: Mütterchen Lust. Das war das Wort zum scheidenden Donnerstag. Ihr könnt jetzt schlafen gehen.
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