Beitrag #1 vom 09.10.2011, 15:56Titel: Der Anruf vom Nachbarn
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Der Anruf vom Nachbarn
Der Tag hat schon nicht gut gestartet,
dann noch dieser Anruf wartet.
Es klingelt laut, es klingelt deutlich,
du denkst nur: „Bitte heut` nich`!“
Es läutet immer weiter,
am andern Ende schreit wer:
„Gestern in der Nacht waren sie laut,
hab` meinen Augen nicht getraut,
hab` sie gesehen, als sie kamen,
ihr Verhalten war nicht mehr im Rahmen!
Haben viel gelacht und laut gesungen,
wie fünf Leute haben sie geklungen!“
„Es tut mir leid, ich kann nichts dafür,
auf einer Party gab`s gratis Bier!
Weizenbier und auch noch offen,
deshalb war ich so besoffen.
Freude, Gute Laune, Lachen,
Kartenspiele, Zeug und Sachen,
Musik, Bier, Wein und Weib,
ich wusste gleich, ich hier noch bleib`!“
Am and`ren Ende vom Telefon
erklang ein recht erboster Ton:
„Ist mir egal, klingt für sie schön,
doch eines müssen sie versteh`n!
Sie haben an meine Mauer erbrochen,
auf allen Vieren sind sie gekrochen
und haben dann ganz ungeniert
meinen Zaun anuriniert!“
„Jetzt fällt`s mir wieder ein,
kam zuhause nicht mehr rein.
Zu gross war mein Bedürfnis,
beinahe ein Zerwürfnis,
musste mich vor`m Haus entladen,
nicht reingeschafft, war zu verladen!“
„Sie sind vielleicht ein Schwein,
da fällt mir nichts mehr ein,
denn mit großer Wonne
durchwühlten sie die Tonne.
Was, verflucht,
haben sie gesucht?“
„Denn Schlüssel und das Telefon,
das Eine sagte ich ja schon!
Die Blumen wollt` ich nicht verletzen,
werd` allesamt ersetzen!
Herr Nachbar, wie ich das seh`,
ich morgen ihren Rasen mäh`.
Das Kriegsbeil lass` uns doch begraben.
Streit hinterlässt doch nur Narben!“
Der Nachbar ist danach besänftigt,
mich zum Glück danach bekämpft nicht.
Der Stress nicht nötig wär` gewesen,
die Tür war offen, der Schlüssel am Tresen.
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