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Charles Baudelaire (1821 - 1867)
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Gedichteforum -> Bekannte Gedichte
Villon´s Krückstock

Anmeldedatum: 03.09.2007
Beiträge: 224
BeitragBeitrag #1 vom 19.03.2008, 21:55  Titel: Charles Baudelaire (1821 - 1867)  

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Charles Baudelaire, Autor der berühmt-berüchtigten "Fleurs du mal" (Blumen des Bösen) wurde 1821 in Paris geboren, wo er im Jahre 1867 auch verstarb. * Einloggen, um Links zu sehen

Die Katzen

Die strengen Weisen und die Liebevollen,
Sie mögen beide in der Reife Zeit
Die üppigen Katzen, Stolz der Häuslichkeit,
Die wie sie seßhaft sind und Wärme wollen.

Nach Wissen gierig und nach tiefen Lüsten
Sind ihnen lieb das Schweigen und die Nacht;
Zu Rennern hätte Hades sie gemacht,
Wenn sie der Knechtschaft sich zu beugen wüßten.

Beim Sinnen haben sie edlen Stand
Der Sphinxe, die am Saum der großen Stillen
Sich reihn in Schlaf voll Träumen ohne Ende;

Von Zauberfunken sprüht die trächtige Lende,
Und goldener Splitter Spreu, wie feiner Sand,
Besternt das Weltgeheimnis der Pupillen.
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Villon´s Krückstock

Anmeldedatum: 03.09.2007
Beiträge: 224
BeitragBeitrag #2 vom 19.03.2008, 22:02  Titel:   

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Trübsinn I

Dem Leben feindgeworden gießt der Regenmond
In Strömen dämmerigen Frost aus seiner Tonne
Auf bleiches Volk, das nah am Gottesacker wohnt,
Und Todeskeime auf die Vorstadt ohne Sonne.

Mein Kater, der am Boden eine Liege sucht,
Führt ruhelos die Räude seines Leibs spazieren.
Des alten Dichters Geist durchirrt die Dächerflucht
Und wimmert traurig wie Gespenster, wenn sie frieren.

Die Stundenglocke jammert und ein Holzscheit schwelt,
Begleitet im Falsett die Uhr auf der Konsole,
Indes in einem Spiel, das faule Rüche hehlt,

Die von dem Tod der wassersüchtigen Alten rühren,
Pikdame und Herzbube böse und frivole
Gespräche über ihre toten Lieben führen.
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Villon´s Krückstock

Anmeldedatum: 03.09.2007
Beiträge: 224
BeitragBeitrag #3 vom 19.03.2008, 22:08  Titel:   

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Auf eine die vorüberging

Es brüllte um mich her der Straße Toben
Und schlank, in tiefer Trauer, stolzes Leid,
Ging eine Frau vorüber, deren Kleid
Die Hände wiegend an den Säumen hoben,

Mit leichtem Schritt und Adel eines Bildes.
Verkrümmter Narr wollt ich aus ihren Augen
- Mit Stürmen schwangern fahlen Himmeln - saugen
Die Lust, die tötet, und verzaubernd Mildes.

Ein Blitz ... dann Nacht! - o flüchtige Helligkeit,
Durch deren Blick sich neu mir hob die Brust,
Seh ich dich nicht mehr vor der Ewigkeit?

Wo anders, weit von hier! zu spät! wohl nie:
Ich weiß nicht, wo du gehst, du nicht, wohin ich flieh..
Dich hätte ich geliebt und du hast es gewußt!
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