Im Frühling sieht man nur die Knospen,
Von denen Hirsch und Rabe kosten.
Doch dann brechen die heilen auf
Und zeigen an den Jahreslauf.
Wenn hell die Sträucher und die Bäume
Ausloten ihre Lebensräume,
Erstrahlt der ersten Blätter Grün
Und gibt sich seine eigne Bühn´.
Die Blätter hell, der Himmel blau,
Wie sehr ich ihre Schönheit schau´
Und wie die Sonne immer höher
Und uns die Wärme jetzt kommt näher.
Sodann gibt Sauerstoff und Wasser
Das Blattwerk selbst dem schlimmen Hasser
Und sichert uns in größter Hitze,
Was man so braucht, wenn man denn schwitze.
Die kurzen Tage kommen dann,
Die Ernte ist meist rasch getan.
Dann hängen dunkelgrüne Blätter
Und zeigen nicht nur jedem Städter,
Dass sich das Jahr zum Ende neigt,
Besonders wenn das Laub sich zeigt
Verfärbend und in jedem Braun
Und gelb und rot – man nur noch staun´!
Die Nebel steigen schleichend höher
Und sind jetzt unserm Blatt näher,
Bevor es kalt mit Wasser dann
Benetzt und hängend wie ein Schwamm
Nur noch für wenig´ Tage lebt,
Selbst wenn es noch nach Leben strebt
Und mit der letzten Strahlen Kraft
Sich aufbäumt mit der Bäume Saft.
Doch hat es wirklich keine Chance,
Verfällt so nach und nach in Trance
Und fällt den letzten Weg hinunter,
Dorthin, wo keine Welt mehr munter.
So hat das Blatt den Lebenskreis
Vollendet, und es geht ganz leis´
Den Weg, den Vorfahren gegangen,
Die vor ihm an dem Baum gehangen.
Mit uns geht es wie diesem Blatt,
Das einst auf Leben Hoffnung hatt´:
Den ganzen guten Lebenslauf
Hält doch am Ende niemand auf.
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