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Babykatzentreterin Stefanie Sargnagel
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juergen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
Beiträge: 949
Wohnort: Tirol
BeitragBeitrag #1 vom 13.03.2017, 20:25  Titel: Babykatzentreterin Stefanie Sargnagel  

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Seit Urs Allemann 1987 für einen aufwühlenden Text den Preis des Landes Kärnten erhielt geschah dergleichen nicht wieder: die "Babykatzentreterin" Stefanie Sargnagel wurde in der Kärntner Kronenzeitung als "willig" für mehr inkl. Bekanntgabe ihrer aktuellen Wohnadresse geächtet. Mehrheitlich wurde diese Kritik an Sargnagel als "öffentliche Aufforderung zur Vergewaltigung" interpretiert. Die Zeitung kritisierte ein staatliches Stipendium über Euro 750,00, das Frau Sargnagel für eine Reise mit zwei Kolleginnen nach Marokko verwendete. Begleitend wurden lose Reisetexte verfasst, kurze Beipacktexte mit einer Menge Satire und Ironie, eine Art Reisetagebuch. Darin wurde auch eine "Babykatze" schriftstellerisch weggetreten. Die Krone wurde auf die "Tierquäler" aufmerksam, nachdem in einer Nachricht aus Marokko öffentlich zu lesen war: "Wir haben ein Pferd und Haschisch."

Die Kärtner Kronenzeitung erhält Presseförderung und ruft zur Vergewaltigung einer Frau auf, weil diese (oder der Journalist) es für verwerflich halten, dass eine anerkannte Schriftstellerin in Textskizzen von "Babykatzentreten" und "Haschisch und ein Pferd" schreibt. "Ein Königreich für ein Pferd!". Wurde Shakespeare dafür gehängt?
Die Stimmen nach der Veröffentlichung in der Kronenzeitung endeten in einem unvergleichlichen Shitstorm von "rechter Seite", die Leute, die daraufhin agierten, sind die gleichen wie 1987.
Der facebook-Account von Sargnagel wurde vorab für 30 Tage gesperrt, weil die Schriftstellerin von "Rechten" mehrfach gemeldet wurde. Die Seite hat nach 2 Tagen die Sperre wieder aufgehoben
In 30 Jahren hat sich NICHTS verändert. Ändert sich in 30 Jahren nichts, dann vielleicht nach mehr als 30 Jahren? Oder noch länger? Man kann Stefanie Sargnagel und ihre Texte mögen oder nicht - aber man sollte dafür sorgen, dass unsere Demokratie nicht von "Rechten Türken" übernommen wird. Das führt womöglich zum 3. Türkenkrieg, der vielleicht nicht der Letzte sein wird. Aber diesmal stehen die "Östertürken" vor den Toren deines Computers. Es kommt darauf an, ob du dich ergibst oder den Dummköpfen anschließt.

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Edit:
"Über Babykatzen macht man keine Witze." Für ihre satirischen, teils provokanten Texte wurde Stefanie Sargnagel in sozialen Medien beschimpft und mit Morddrohungen und Vergewaltigungsaufrufen bombardiert.
#babykatzengate * Einloggen, um Links zu sehen
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juergen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
Beiträge: 949
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BeitragBeitrag #2 vom 22.03.2017, 19:57  Titel:   

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Jetzt höre ich gerade: Peter Doherty, Peter Doherty - Kolly Kibber (Official Audio). Ich habe einfach vergessen, dass ich den Doherty kenne. Das ist schon ziemlich Scheiße und tiaf, aber es war/ist nur... Musik.

Die massenbewegendste und wirksamste Kunstform überhaupt: Musik. Musik ist Lyrik und Lyrik ist Musik. Lyrik ist Musik, die im Leser entsteht, Töne, Klänge, Asso- und Dissonanzen. Musik ist da viel einfacher gestrickt: du hörst, was du hörst. Lyrik hingegen hat mit WYSIWYG ein Problem: der Sound drumrum entsteht in jedem Leser auf's Neue. Deshalb kann Lyrik nicht mit Pop-, Rock- oder Punk mithalten. Vermutlich war das in der Zeit der Klassik noch möglich, weil die Methoden des Zuhörens oder Lesens andere waren als heute, wo Sinnerfassung und Reflexion des Einzelnen im Kontext mit Lyrik kaum zu einem Massenphänomen wie Tanzen führten. Zu Lyrik kann man nicht tanzen, das funktioniert einfach nicht. Benutzt man jedoch als Musiker Lyrik als Stilmittel oder ganz profan als Baustoff für Texte, um etwas zu sagen, dann klappt es auch wieder mit den Gedichten. Bloss ist das für die "österreichischen jungen Wilden" Bands wie Wanda oder Bilderbuch schon eine ziemliche Hürde.
Gestern habe ich mir Grönemeyer angehört, den alten "jungen" fassgereiften Gröni, und ich habe mir die Texte näher angesehen, als ich das wollte. Dieser Musiker konnte beides in Einklang bringen. Seine Stärke als Musiker war und ist beachtlicher als seine Fähigkeit als Dichter. Aber hey - Wolf Biermann war auch beides, Dichter und Liedermacher, Poet und Bänkelsänger. Es schadet nicht, wenn man als Lyriker beide Seiten des Metiers beherrscht: möchtest du gute Gedichte schreiben, solltest du auch gute Musik machen können. Und umgekehrt - ein guter Musiker muss zwangsläufig, sofern mit Sprache gearbeitet wird, sein Ausgangsmaterial im Stil eines soliden Handwerkers bewältigen.
Mit S.S. hat das zwar nichts zu tun, aber es erleichtert mir ein wenig, sie im Auge zu behalten.
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juergen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
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BeitragBeitrag #3 vom 07.04.2017, 21:50  Titel:   

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Stefanie Sprengnagel: An all die rechtskonservativen Männer, die mich mit Gewalt bedrohen, diese legitimieren oder darüber diskutieren, wie man dafür sorgen könnte, dass ich meine Wohnung verliere. Die in Kärnten versuchen, mich aus meiner Stadtschreiberwohnung zu ekeln, mich stressen oder in Angst versetzen wollen. Die mir Talent absprechen, ohne Gespür für Humoristik oder Sprache. Die meinen Erfolg für die Hexerei verschlagener Emanzenweiber halten, die ihnen die Eier abschneiden ... Mehr anzeigen
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