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Gedichteforum -> Bekannte Gedichte
jürgen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
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BeitragBeitrag #1 vom 04.06.2007, 02:21  Titel: Anonym  

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Abschied

Innsbruck, ich muß dich lassen,
Ich fahr dahin mein Straßen,
In fremde Land dahin.
Mein Freud ist mir genommen,
Die ich nicht weiß bekommen,
Wo ich im Elend bin.

Groß Leid muß ich ertragen,
Das ich allein tu klagen
Dem liebsten Buhlen mein.
Ach Lieb, nun laß mich Armen
Im Herzen dein erwarmen,
Daß ich muß dannen sein!

Mein Trost ob allen Weiben,
Dein tu ich ewig bleiben,
Stet, treu, der Ehren frumm.
Nun muß dich Gott bewahren,
In aller Tugend sparen,
Bis daß ich wiederkumm.

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jürgen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
Beiträge: 803
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BeitragBeitrag #2 vom 09.06.2007, 01:34  Titel: Dû bist mîn  

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Dû bist mîn

"Dû bist mîn, ich bin dîn:
des solt dû gewis sîn.
dû bist beslozzen
in mînem herzen:
verlorn ist daz slüzzelîn:
dû muost immer drinne sîn."

Verfasser unbekannt
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jürgen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
Beiträge: 803
Wohnort: Tirol
BeitragBeitrag #3 vom 18.12.2008, 13:16  Titel:   

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Wiegenliedchen

Da droben auf dem Berge da wehet der Wind,
Da sitzet Maria und wieget ihr Kind,

Sie wiegt es mit ihrer schloweissen Hand
Da zu braucht sie kein Wiegenband.

"Ach Josef, liebster Josef mein,
Ach hilf mir wiegen mein Kindelein!"

"Wie soll ich dir helfen dein Kindelein wiegn,
Ich kann ja vor Kälten die Finger kaum biegn."

Auf dem Berge da wehet der Wind
Da wieget Maria ihr Kind -

Verfasser unbekannt
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jürgen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
Beiträge: 803
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BeitragBeitrag #4 vom 18.12.2008, 13:18  Titel:   

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Es ist ein schne gefallen

Es ist ein schne gefallen
und es ist doch nit zeit,
man wirft mich mit den pallen,
der weg ist mir verschneit.

Mein haus hat keinen gibel,
es ist mir worden alt,
zerbrochen sind die rigel,
mein stüblein ist mir kalt.

Ach lieb, laß dichs erparmen,
daß ich so elend bin,
und schleuß mich in dein arme!
so fert der winter hin.

Verfasser unbekannt
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jürgen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
Beiträge: 803
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BeitragBeitrag #5 vom 18.12.2008, 13:19  Titel:   

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Das Wessobrunner Gebet
De poeta

Dat gafregin ih mit firahim firiuuizzo meista,
Dat ero ni uuas noh ufhimil,
noh paum, noh pereg ni uuas,
ni sterro nohheinig, noh sunna ni scein,
noh mano ni liuhta, noh der mareo seo.
Do dar niuuiht ni uuas enteo ni uuenteo,
enti do uuas der eino almahtico cot,
manno miltisto, enti dar uuarun auh manake mit inan
cootlihhe geista, enti co heilac.

Cot almahtico, du himil enti erda gauuorahtos enti du mannun so
manac coot forgapi: forgip mir in dina ganada rehta galaupa enti cotan
uuilleon, uuistóm enti spahida enti craft, tiuflun za uuidarstantanne
enti arc za piuuisanne enti dinan uuilleon za gauurchanne.

Verfasser unbekannt

Von einem Dichter

Das habe ich bei den Menschen als größtes Wunder erfahren: daß es die Erde nicht gab und nicht den Himmel, es gab nicht den Baum und auch nicht den Berg, es schien nicht ein einziger Stern, nicht die Sonne, es leuchtete weder der Mond noch die glänzende See. Als es da also nichts gab, was man als Anfang oder als Ende hätte verstehen können, gab es schon lange den einen allmächtigen Gott, den reichsten an Gnade. Bei ihm waren auch viele Geister voll Herrlichkeit, früher (als sie aber war) der heilige Gott.

Allmächtiger Gott, du hast Himmel und Erde erschaffen und den Menschen so manches Gut verliehen: verleihe mir den rechten Glauben an deine Gnade und guten Willen, Weisheit, Klugheit und Kraft, den Teufeln zu widerstehen und das Böse zu meiden und deinen Willen zu tun.

(Übersetzt von Horst Dieter Schlosser)
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