Gedichteforum für deutschsprachige Lyrik und Gedichte
LoginLogin  RegistrierenRegistrieren  FAQFAQ  MitgliederlisteMitgliederliste  BenutzergruppenBenutzergruppen  Gedichte-Forum ÜbersichtForenübersicht
19.05.2012, 18:55

Profil Profil
 Einstellungen
 Private Nachrichten
Suchen Suche
 Beitrag, Thema, Autor
 Eigene Beiträge
 Seit letztem Besuch
 Unbeantwortete Beiträge
Suchen Letzte Themen
 Letzte Themen
 Beiträge von heute
 Beiträge seit gestern
 Beiträge letzter Woche
 Zufallsthema
Abano und Ansbach
Neues Thema eröffnen    Neue Antwort erstellen
Gedichteforum -> Humor, Satire, Kinder, Tiere
Dr. Karg

Anmeldedatum: 09.06.2011
Beiträge: 300
BeitragBeitrag #1 vom 22.06.2011, 07:59  Titel: Abano und Ansbach  

Zentrieren
Abano und Ansbach

©Hans Hartmut Karg
2011

Während Petrarca mich inspirierte
Ein Haus zu bauen im Gevierte,
Bedeutete das Pendeln von A nach A:
Diese Welt war immer schon für mich da.

In Ansbach bin ich schon sehr Zuhaus´
Und gehe dort gern mit der Lydia aus.
Da bin ich doch gern im Zweitheimatreich,
Wo alles vertraut mir und immer gleich.

Doch muss ich manchmal für mich gestehen,
Dass viele Menschen uns nicht mehr sehen.
Wenn Du erst alt, sehr grau und verbraucht,
Sind auch die Sozialinteressen verraucht.

Als alter Mensch hast Du doch keinen Wert,
Du lebst jetzt einsam und ziemlich versehrt.
Die Jugend rennt interesselos an Dir vorbei,
Persönlichkeiten wie Du sind ihr einerlei.

In Deutschland gilt der Alte ja nichts,
Er ist nicht mehr Teil des Tagesgerichts.
Da gilt eben nur noch Jungsein alles
Und bleibt das Höchste im Falle des Falles.

Da aber hat es der Süden schon besser,
Dort braucht man keine Trennungsmesser,
Welche die jeweiligen Generationen begrenzen,
Wenn viele die Würdeideale schwänzen.

Als alter Mensch wird man dort verehrt,
Auch wenn man krank ist, bereits versehrt.
In Abano bist Du als Alter ein König,
In Ansbach bleibst Du dagegen ein Wenig.

Bereise den Süden, Du, stolzer Bürger,
Denn Du bist alt, aber noch kein Verwirker
Der letzten Jahre eines großartigen Lebens,
Die dann sind würdevoll, nicht vergebens.

Im Süden lebst Du Deine Weltexistenz,
Weil dort Dein Alter hat genügend Fans,
Die in Germanien schon nicht mehr leben,
Drum gehe südwärts – zum weiteren Leben.

Und dann hat mich noch einiges irritiert,
Das mich bisher begleitet ganz ungeniert.
Da war Heinrich der Vierte, Canossagänger
Und 1070 nur ein still büßender Sänger.

Der hat vor dem Papst ganz ängstlich gekuscht
Und ist deshalb auch historisch verhuscht,
Denn in Deutschland gelten halt nur die Starken
Und keineswegs die Schwachen, die liegen im Argen.

Doch in Italien ist das keine Affäre,
Das ist dort auch keineswegs eine Schimäre,
Denn dort im ganzen, lieblichen Haus
Hält man auch manche Schwächlinge aus.

Während in Deutschland der Heinrich bleibt schwach,
Bedeutet er in Italien keinesfalls Schmach.
Alle zwei Jahre reitet er dort mit seiner Frau
In Abano, Montegrotto als Pferdeschau.

Der Heinrich und Frau Bertha sind dort hoch verehrt,
Da gibt es niemanden, der sich beschwert,
Denn Geschichte in Italien ist stets Sympathie –
Und deshalb verdammt man dort Schwächlinge nie.

In Ansbach ist es im Winter schön,
Da kann man im Schnee spazieren gehn.
Im kühlen Frühling kommen spät die Fröste,
Zerstören bisweilen das Allerbeste.

Doch gibt es in Ansbach Klöße mit Soß´,
Auch Bratwurst, Bier und Kopfsalatschoß´.
Die Portionen sind reichlich und gut gebunden,
Da hat man offenbar den Hunger erfunden.

In Abano ist die fulminante Pasta daheim,
Dazu gibt es den süffigen Merlot-Wein,
Den holt man dort von den vielen Feldern –
Auf den Hügeln überall nur herrliche Wälder.

Ansbach ist eine Beamtenstadt,
In der das Recht seine Heimstatt hat.
Man arbeitet in vielen Betrieben,
Denn Arbeit muss man hier lieben.

Dazu gibt es dann die „Bifi vom Schafft“,
Die unseren Hunger stets niedermacht.
Es ist kühl und feucht und neblig hier.
Da hilft meistens nur ein kühles Bier.

In Abano gibt es der Sonne Licht,
Welches jede Depression niederficht.
Und aus der Lagune gesunder Fisch
Steht jeden Tag auf unserem Tisch.

Das Wertvollste an Abano ist der Fango
Und in den Hotels am Abend der Tango.
Dazu das herrliche Aqua termale
Und edle Speisen in hohem Saale.

Ja, Oberitalien ist eine Wucht,
Dazu noch Venedigs schöne Bucht
Und Paduas hohe Tradition
Mit einem großartigen Heiligendom.

Das Schloss in Ansbach mit viel Porzellan
Erinnert an unseren Preußen-Dojan,
Den alten Fritz – und die Markgrafenzeit,
Bach und Rokoko sind für Gäste bereit.

In Ansbach will ich im Sommer sein
Und auch im Winter bin ich dort nicht allein,
Denn diese Jahreszeiten sind moderat
Und sehr erträglich im deutschen Staat.

In Abano will ich im Frühling sein,
Weil dort viel früher der Sonnenschein.
Auch im Herbst bleibt der Sommer noch lange dort,
Im Norden ist dieser schon lange fort.

Beide Städte sind meine europäische Heimat,
Denn Europa, das ist mein künftiger Staat.
Es ist schön in Europa in meinen zwei Städten,
Wenn nur andere Länder auch solches hätten!

Während Arqua Petrarca mich doch inspirierte
In Ansbach zu bauen im schönen Gevierte,
Bedeutet mein Pendeln von A nach A:
Diese Wunderwelt ist herrlich und ganz für mich da.


<img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/f654764a3bf8457c8881d23dcea92397" width="1" height="1" alt="">
Benutzer-Profile anzeigen Offline Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Gedichteforum -> Humor, Satire, Kinder, Tiere Seite 1 von 1
Neues Thema eröffnen    Neue Antwort erstellen

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


© 2011 Gedichteforum.at | Impressum

Zierfischforum.at | Aquaristik-Zentrum Innsbruck | Aquarium-Kosmos
Besucher gesamt: 223.431 | heute  116 | gestern 138 | online 6 max. 91